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Meine Lieblingsfotos aus Australien. Fotoparade 1-2018

Wie die Zeit vergeht. Diese Tatsache versetzt uns regelmäßig in Aufruhr. Die Zeit hingegen bleibt, äh, läuft unbeeindruckt weiter. Wie die Kalenderblätter rieseln, kann ich mittlerweile auch gut an der #fopanet feststellen. Habe ich gefühlt gerade erst meine Bilderordner nach schönen Reisemotiven durchforstet, hocke ich schon wieder hier. Und versüße mir einen dieser brütend heißen Berlin Sonntage, indem ich gedanklich durchs letzte halbe Jahr reise. Für die Fotoparade 1-2018 von Michael von Erkunde die Welt.

Die einzige Fernreise, die ich in diesem Jahr bislang unternommen habe, hat mich nach Australien geführt. Genauer, in den Südosten des Kontinents Downunder. Meine Erlebnisse dort habe ich in mehreren Beiträgen hier auf Sirenen & Heuler geteilt. Die Küstenregionen von New South Wales und Victoria sind für mich besonders erfrischend und inspirierend. An der Great Ocean Road und an den Stadtstränden vor Sydney weht fast immer ein leichter Wind. Tasmanien, wo ich immerhin eine einwöchige Rundreise unternommen habe, ist nochmal eine Welt für sich. Eine, die Gondwana durchblitzen lässt und mich oft an die Vegetation in Neuseeland erinnert hat.

Die Kategien:
„Nahaufnahme“
„Nachts“
„Nass“
„Kontrast“
„Farbtupfer“
„Schönstes Foto“

Toll finde ich, dass sich die Kategorien, die Michael für die aktuelle Fotoparade ausgedacht hat, sehr gut zu Australien passen. Binnen kurzer Zeit kopfüber in den Bilderordnern sind viele Motive versammelt, die ich gern zu dieser Aktion beisteuern möchte. Los geht es, schon wegen der Zeitverschiebung und weil Downunder ja alles irgendwie andersherum läuft, in der Nacht.

Fotoparade 1-2018, Kategorie Nachts

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Als ich dieses Foto mache, bin ich gefühlte drei Tage am Stück wach. So schlimm war es nicht, doch entstand dieses Bild am Ende unseres Ankunftstages in der atemberaubend schönen Hafenstadt Sydney. Zuvor hatten der Mann und ich mit unserer hier lebenden Freundin Claire auf der Terrasse des Harbour Hotels gesessen und bei Drinks und Pub Food den Harbour Bridge Walkern beim angeleinten Überqueren des anderen Wahrzeichens von Sydney zugeschaut. Das ist das Tollste an intakten Wahrzeichen. Ihre lässige Präsenz. Du kannst sie erkunden, du kannst sie erklettern, besichtigen, du kannst sie fotografieren, du kannst es auch lassen. Bei mir hat dieser Moment Energien freigesetzt. Und eine tiefe Dankbarkeit hinterlassen. Für diesen Augenblick.

Fotoparade 1-2018, Kategorie Nahaufnahme

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Das Opernhaus von Sydney ist neben dem Ayers Rock eines der prominentesten Wahrzeichen Australiens. Der Bau von Jorn Oberg Utzon, der 2007 in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe eingetragen wurde, ist ein aufregendes Stück Architektur. Die Dachhaut besteht aus 1.100.000 Fliesen, die eigens aus Schweden importiert wurden. Von weitem schimmern sie weiß. Der optische Effekt Ferne – Nähe ist beim Sydney Opera House ähnlich wie einst bei Christos Reichstagsverhüllung. Aus der Nähe sehen die Keramikelemente eher eierschalenfarben oder cremefarben aus.

Fotoparade 1-2018, Kategorie Kontrast

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Wilde Tiere in der Stadt. Mal ehrlich, welcher Kontrast könnte größer sein. Dass ich kein Freund von Wildtieren in Gefangenschaft bin, habe ich in meinem Beitrag über Sydney bereits anklingen lassen. Taronga hat mich trotzdem verzaubert. Besucher können Patenschaften für Tiere übernehmen, die Gehege sind großzügig und das Ambiente ist natürlich einzigartig. Nicht zu vergleichen mit beengten, vollbetonierten Stadtzoos.

Von der Fähre aus, die alle 20-30 Minuten von Circular Quay aus startet, ist der Zoo gar nicht zu sehen. Er verbirgt sich hinter dichten grünen Bäumen. Wer ab der Anlegestation Taronga Zoo mit der Seilbahn über das Gelände gleitet, erhascht einen Blick aus der Vogelperspektive auf das Gelände, das 1916 als Stadtzoo eröffnet wurde. ihr sie. Leicht abschüssig breitet es sich in Terrassen aus. Zu Fuß kommen da schnell einige Kilometer Fußmarsch zusammen.

Fotoparade 1-2018, Kategorie Farbtupfer

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Die Pink Mountain Berry kommt in den Regionen Tasmaniens und Victoria endemisch vor. Auch in Neuseeland sind die kleinen Farbtupfer aus der Familie der Erika-Gewächse zuhause. Dort werden die essbaren Beeren des Heidekrauts „prickly mingimingi“ genannt. Dieses Bild entstand am Lake Ct. Clair, im wundervollen Nationalpark Cradle Mountain.

Einem Österreicher ist es zu verdanken, dass die Cradle Mountains heute so zugänglich sind. Der Hobby-Bergsteiger und Botaniker Gustav Weindorfer, der 1899 nach Melbourne ausgewandert war, hatte sich dort in eine ebenso naturverrückte junge Dame aus Tasmanien verliebt und zog wenige Jahre später mit ihr nach Cradle Mountain. Ihr altes Wohnhaus existiert heute noch.

Fotoparade 1-2018, Kategorie Nass

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Die Sandsteinformationen von Loch Ard Gorge bei Port Campbell sind aufregend fragil und verleihen dem Küstenverlauf der Great Ocean Road zwischen Cape Otway und Port Fairy ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Nach den hier früher zuhauf gestrandeten Schiffen heißt dieser Abschnitt „Shipwreck Coast“. Obwohl ich hier ständig im Blickkontakt mit dem Wasser bin, heißt die Devise am Wasser, nicht im Wasser. Zu groß ist die Strömung, zu groß der Respekt vor dem felsendurchsetzten Flachwasser. So werden höchstens mal die Füße nass. Auch die überlaufenen Stadtstrände von Melbourne und Sydney können mich nicht locken. So findet das erste und einzige Vollbad der Reise tatsächlich in einer geschützten Bucht im Nordosten Tasmaniens statt.

Fotoparade 1-2018, Kategorie Schönstes Foto


Apropos Tasmanien, für mein „schönstes Foto“ kehren wir noch einmal hierhin zurück. Genauer, nach Hobart, in das Museum des genialisch größenwahnsinnigen und gleichzeitig sympathisch lässigen Entrepreneurs David Walsh. Das MONA wirkt wie ein James Bond-Setting. Es liegt direkt am Derwent River, teils verborgen in den Felsen, teils dramatisch hervorlugend. Den besten Blick und das beste Bond-Feeling haben Besucher, die mit der Schnellfähre anreisen und den aufregenden Bau wasserseitig betreten. Ach ja, die Kunst ist auch spektakulär.

Walsh, der direkt ums Eck des heutigen MONA in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen ist, sei, heißt es, von Charles Darwin besessen. Er liebt und inhaliert Bücher und Kunst, das Spiel und die Liebe. Vor einigen Jahren hat der Gründer von Australiens größtem privaten Museum selbst ein Buch geschrieben. Es heißt A Bone of Fact und ist, wenn so will, ein Abbild seines Verfassers. Protzig und humorvoll, tiefsinnig und flapsig, eitel und weise. Ein inspirierendes Lesevergnügen, so wie der Besuch des MONA für jeden Tasmanien-Besucher eine schöne Pflicht ist.

Weitere Infos zur Fotoparade 2018 #Fopanet

Bereits zwei Mal haben wir mit Sirenen & Heuler bereits an der beliebten Fotoparade von Erkunde die Welt teilgenommen. Beim ersten Mal hat Kirsten mit ihrem Beitrag zur Fopanet 1-17 sogar zwei der beliebten Badges abgestaubt.
Der Sammelpost zum Fopanet 2-17 Beitrag versammelt Motive von Lars, Lorenz und Kirsten.
Mehr zur aktuellen Fotoparade erfahrt ihr auf Erkunde die Welt. Im Web oder auf Facebook.