Die Cappella degli Scrovengi & Giottos Meisterwerke in Padua

Die Scrovegni Kapelle in Padua mit Giottos Fresken. Die Scrovegni Kapelle in Padua gehört wegen Giottos Fresken zu den Mellensteinen der europäischen Kunst

Padua ist eine quirlige Studentenstadt in der reichen norditalienischen Region Veneto. Schon wegen der entspannten und einladenden Stimmung im mittelalterlichen Zentrum der Stadt lohnt sich ein längerer Aufenthalt. Aber Padua hat auch großartige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Giottos Fresken in der Cappella degli Scrovegni gehören zu den Meisterwerken der europäischen Kunst. Andrea Mantegna hat in der Eremitani Kirche bemerkenswerte Bilder gemalt und auch das Baptisterium ist mit bunten Bildergeschichten ausgeschmückt.

Padua Geschichte – Ganz schnell erzählt

Padua gehört zu den vielen bemerkenswerten Städten in Norditalien, die auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken können und im Verlauf des frühen Mittelalters städtische Selbstständigkeit erreichen konnten. Die außergewöhnliche Blüte der Stadtkultur in Norditalien hat ihre Wurzel in günstigsten historischen Voraussetzungen. Denn die meisten dieser Städte wurden schon zu Zeiten des römischen Reichs gegründet.

Verona und Vicenza – ganz in der Nähe Paduas – aber auch Turin, Mailand und Modena etwas weiter entfernt sind weitere Beispiele römischer Gründungen. Viele dieser Städte hatten die turbulenten Zeiten der Völkerwanderung und des frühen Mittelalters mehr schlecht als recht überstanden. Auch Padua war es nicht wirklich gut gegangen. Aber im 11. und 12 Jahrhundert gelang es Padua und vielen anderen Städten Norditaliens den wirtschaftlichen Aufschwung und die unübersichtliche politische Großwetterlage auszunutzen, und sich Stück für Stück die städtische Unabhängigkeit von Kaiser und Papst zu erwerben.

Konflikte & Kunst

In Padua ist das neue Selbstbewusstsein und die Bemühungen um städtische Autonomie architektonisch mitten im Zentrum der Stadt durch den Palazzo della Ragione manifestiert. Der Palast war ein riesiger Gerichts- und Verwaltungsbau. Er bringt schon durch seine gewaltigen Dimensionen zum Ausdruck, wie bedeutend die Herrschaft des Rechts in Padua gewesen sein muss. Eines Rechts, das nicht von denen da oben, vom Kaiser, Papst oder Bischof kam, sondern das sich die Kommune selber gegeben hatte. Mit der berühmten Universität von Padua im Palazzo Bo hatte die Kommune seit 1222 sogar ein Institut, in welchem diese Rechtstraditionen fortentwickelt und gelehrt werden konnten.

Natürlich blieb diese Selbstermächtigung für Padua nicht ohne Herausforderung. Paduas Bischöfe wollten ihre Macht nicht einfach so abgeben. Kaiser Friedrich und besonders dessen Reichsverweser Ezzelino da Romano wollten auch ein Wörtchen mitreden. Außerdem überzogen die reichen Familien die Stadt mit Bürgerkriegen, gegen welche die Kämpfe und Intrigen in Game of Thrones wie Kindergeburtstag aussahen. Schlußendlich eroberte eine einzige Familie, die Carrara, die Herrschaft im mittelalterlichen Padua, bis die Stadt 1405 von Venedig eingenommen wurde.

In den unruhigen und gefährlichen Zeiten des 13. und des 14. Jahrhunderts entstehen in Padua erstaunlicherweise Bauwerke und Kunstwerke von Weltrang, die noch heute interessierte Besucher in die Stadt locken. Neben dem Palazzo della Ragione zählt dazu die Cappella degli Scrovegni, die Anfang des 14. Jahrhunderts von Giotto mit weltberühmten Fresken ausgemalt wurde. Außerdem gehören der Santo, die Kirche des Heiligen Antonius von Padua und das Baptisterium zu den Top Sehenswürdigkeiten Paduas.

Mutter Maria von Giovanni Pisano in der Scrovegni Kapelle in Padua.
Werke Giovanni Pisanos in der Scrovegni Kapelle in Padua

Cappella degli Scrovegni

Die Cappella degli Scrovegni ist eines bemerkenswertesten Meisterwerke der europäischen Kunst. Die Ausmalungen der Arenakapelle durch den florentinischen Maler Giotto Bondone um das Jahr 1305 gehören zu den außergewöhnlichen Wendepunkten in der Geschichte der Malerei.

Giotto hatte höchsten Ruhm schon bei der Ausmalung der Kirche des heiligen Franz in Assisi erworben. Deswegen arbeitete der berühmte Künstler in Padua außer an der Scrovegni Kapelle an den Ausmalungen des Palazzo della Ragiones, sowie an Fresken in der Kirche des heiligen Antonius. Sein Freund Giovanni di Boccaccio erklärte das Ausnahmetalent Giotto zu besten Maler der Welt. Boccaccio rühmt ganz besonders Giottos außerordentliche Begabung, Gegenstände so zu malen, dass

sein Werk nicht das Bild des Gegenstandes, sondern der Gegenstand selbst zu sein schien, so dass es bei seinen Werken oft vorkam, dass der Gesichtssinn der Menschen irrte und das für wirklich hielt, was nur gemalt war.

Boccaccio Decameron, 6. Tag, 5. Geschichte

Mit dieser Beschreibung Boccaccios wird Giotto Bondone zum Begründer eines malerischen Realismus, der in Konkurrenz zur Wirklichkeit treten möchte. Diese Konkurrenz mit der Wirklichkeit ist dann natürlich besonders interessant, wenn wundersame Legenden und Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit so erzählt werden sollen, als seien die zugrunde liegenden Ereignisse tatsächlich so geschehen. In der Arenakapelle ist Giotto die Vergegenwärtigung des längst Vergangenen und jenseitig Heiligen gelungen, wegen seines großen erzählerischen Geschicks.

Giotto & die Scrovegni Kapelle in Padua

Tatsächlich muss Giotto wirklich eine besonderer Typ gewesen sein. Denn kein geringerer als Dante Alighieri wird herangezogen, um den Witz und die Schlagfertigkeit des Malermeisters Giotto zu unterstreichen. Es wir erzählt, dass Dante Giotto während der Ausmalung der Cappella degli Scrovengi in Padua besucht habe. Dort habe er Giottos Kinder beobachtet, die auf dem Kapellenboden spielten, während der Maler auf dem Gerüst an seinen Fresken arbeitete. Die Kinder sollen ebenso wie der Vater außergewöhnlich häßlich gewesen sein. Als Dante sich deswegen erkundigt, wie die Kinder eines so begnadeten Malers so unattraktiv seien könnten, soll Giotto schlagfertig geantwortet haben: „Meine Bilder mache ich während des Tages und meine Kinder während der Nacht.“

Außer Dante, Giotto und seinen Kindern waren sicherlich noch mehrere Mitarbeiter in der Arenakapelle. Denn über 1000 Quadratmeter Bilder konnte noch nicht mal ein Genie wie Giotto alleine malen. Er brauchte die Hilfe vieler weiterer Maler. Wahrscheinlich hat der Künstler mit seiner Werkstatt gut 3 Jahre an der Darstellung des Lebens Jesu, des Lebens der Mutter Maria und dem Jüngsten Gericht gearbeitet.

Heute darf der Betrachter aus konservatorischen Gründen höchstens für 20 Minuten in die Scrovegni Kapelle, um Giottos Meisterwerk und das Ergebnis von 3 Jahren künstlerischer Arbeit ruckzuck zu konsumieren. Das ist natürlich viel zu kurz, um dieses Meisterwerk zu würdigen. Dennoch hinterlässt der Besuch der Arenakapelle einen tiefen Eindruck

Klarheit & Fokus

Das Ungewöhnlichste an der Scrovegni Kapelle ist die große Klarheit des Raumes und der Malerei. Giotto erreicht diese Klarheit durch einen einfachen Trick. Er gliedert die Längswände der Arenakapelle mit einer gemalten Rahmung in vier Reihen und teilt diese Reihen in quadratische Felder auf. In jedes dieser Felder malt er genau eine Szene aus den heiligen Geschichten. Dabei konzentriert er sich immer auf das Wesentliche der Handlung und die zentralen Figuren. Dadurch sehen die Bilder aufgeräumt und „lesbar“ aus.

Die Bilder lassen sich auch dann gut lesen, wenn die dahinter liegende biblische oder legendäre Geschichte nicht bekannt ist. Warum zum Beispiel knien junge Männer um einen Altar, auf dem ein Mikado-Spiel zu sehen ist? Oder warum schauen die Hirten so traurig, als ein alter Mann an ihnen vorbei geht? Meistens wissen wir mit diesen Ereignissen wenig anzufangen, nehmen aber an, dass sie eine große Bedeutung haben, denn sonst wären sie nicht hier. Geburt Jesu, Kindermord, Judaskuss oder Kreuzigung erkennt aber jeder.

Mama, Papa, Baby

Besonders ist die Darstellung von Emotionen in den Bildern. Überraschung, Frucht, Freude, Ekel oder Traurigkeit steht vielen der gemalten Figuren deutlich ins Gesicht geschrieben. Die ausdrucksstarken Gesichter ziehen den Betrachter in das Geschehen hinein. Was genau ist denn da passiert? fragt man sich unwillkürlich. Die sprechenden Gesten der Figuren tragen dazu bei, dass die Bilder einen szenischen Charakter bekommen, so als ob in diesem Moment tatsächlich ein Ereignis stattfände.

Sind Giottos Bilder spirituell oder mystisch? Auf gar keinen Fall. Der englische Maler und Kunsthistoriker John Ruskin formulierte treffend: Giotto malt in der Weihnachtsgeschichte nicht das Christuskind, die heilige Maria und den heiligen Josef sondern Mama, Papa, Baby. Giotto holt die heilige Familie zurück auf die Erde. Vielleicht hat ihn dazu das Wirken des heiligen Franz von Assisi angeregt, der die erste Weihnachtskrippe mit einem Christuskind im einfachen Stall hatte aufstellen lassen.

Detail aus dem jüngsten Gericht in der Arenakapelle.
Luzifer frisst in der Arenakapelle sündige Seelen und scheißt sie in der Hölle wieder aus

Das jüngste Gericht

Die Darstellung des jüngsten Gerichts nimmt die gesamte Eingangswand der Arenakapelle ein. Giotto schildert hier den Untergang der Welt und den Beginn einer neuen Zeit. Im Mittelpunkt des Geschehens sitzt Christus als Weltenherrscher auf einem Thron. Unter ihm teilt das Kreuz die Menschen in die Guten auf der rechten Seite und die Bösen auf der linken. Den Guten steht die Tür zum Paradies weit offen. Die Bösen rutschen auf einer Feuerrutsche direkt in den Schlund der Hölle. Dort werden sie von Luzifer verspeist, verdaut und dann ins Inferno zur ewigen Bestrafung geschissen.

Rechts ist es langweilig und ruhig. Links bei den Bösen ist natürlich die Hölle los. Die sündigen Leiber werden wie Gliederpuppen durcheinander gewirbelt und anschließend in irgendwelche Bottiche gepresst. Heute sind wir aus Horrorfilmen an Schlimmeres als dieses mittelalterliche Wimmelbild gewöhnt. Nichtsdestotrotz ist die obszöne Lust am Detail verwunderlich. Besonders dann, wenn man die Massenszenen des jüngsten Gerichts mit den aufgeräumten Darstellungen des Christusleben vergleicht. Im jüngsten Gerichts ist nichts davon zu merken, dass diese Malerei mit der Wirklichkeit konkurriert. Im jüngsten Gericht ist kein Platz mehr für das Leben, wie wir es kennen. Die Seeligen scheinen zur Bewegungslosigkeit verdammt. Die Bösen haben kein Eigenleben mehr, sondern werden von gewalttätigen Dämonen bewegt und drangsaliert.

Vielleicht hat das damit zu tun, dass mit dem Beginn der neuen Zeit, die Welt, wie Giotto sie kennt untergehen wird. Links und rechts des Fensters rollen zwei Engel schon mal den blauen Himmel ein und machen Platz für Neues. Hinter dem blauen Himmel glüht schon das Gold des Paradies, der neuen Welt, in der für die Glücklichen das ewige Leben beginnen wird. Wir geben also nur das Vorspiel. Das dicke Ende kommt erst noch.

Was macht Giottos Fresken in der Cappella degli Scrovegni so besonders?

  • Giotto folgt nicht mehr der Tradition der byzantischen Malerei. Seine Figuren sind weder stilisiert noch gelängt. Vielmehr wirken die Figuren in seinen Bildern dreidimensional. Außerdem haben sie individuelle Gesichtszüge und verfügen über ausdrucksstarke Gesten, die wie im echten Leben erscheinen. Die Kleidung hängt nicht irgendwie an den Körpern herab, sondern der Faltenwurf folgt der Bewegung
  • Giotto kreiiert perspektivisch weite Innenräume und Landschaften als Orte der Handlung, die wie Bühnenbilder genutzt werden, auf denen sich die Szenen der Geschichte abspielen
  • Die lllusion eines vorhandenen Raumes, in welchem die Handlung spielt, steigert Giotto noch dadurch, dass einige seiner Figuren den Betrachtern den Rücken zukehren und nach innen schauen
  • Darüberhinaus bezieht Giotto den Standpunkt des Betrachters in seine Bildkomposition mit ein
  • Außerdem scheinen die Figuren durch Gesten und Komposition auf einander bezogen
  • Anders als seine Zeitgenossen verfügt Giotto über die Fähigkeit, Gefühle in der Mimik seiner Figuren auszudrücken
Detail von Giottos jüngstem Gericht in der Scrovegni Kapelle.
Enrico Scrovegni überreicht drei Heiligen ein Modell der Arenakapelle

Enrico Scrovegni – Auftraggeber der Arenakapelle

Auch Enrico Scrovegni wusste, dass ein dickes Ende auf ihn wartete, als er Giotto den Auftrag zur Ausmalung der Arenakapelle erteilte. Denn Scrovegni war nicht als Kaufmann reich geworden. Er hatte sein Vermögen als Bankier zusammengerafft und war darum – genauso wie sein Vater Rinaldo – der Todsünde des Zinswuchers verdächtig. Deswegen wird in der Regel davon ausgegangen, dass der Bau Scrovegni Kapelle und deren Ausmalung eine Art Ablasshandel darstellen. Dante schildert in der Göttlichen Komödie, welche Strafen die Hölle für Zinswucherer bereithält:

So musst‘ ich mich zum letzten Vorsprung wagen
Des siebten Kreises noch, ich ganz allein,
Wo diese Rotte saß in ihren Plagen
Aus ihren Augen brach der Strom der Pein,
Es zuckt die Hand, bald vorne, bald im Rücken
Vor Funken Schirm und glühendem Sand zu sein.
Nicht anders machen’s Hunde, die sich Jucken
Mit Schnauz und Pfoten, Sommers wo sie’s sticht,
wenn Flöhe sie beißen, Bremsen oder Mücken

Dante, Göttliche Komödie, Inferno 17. Gesang

Vom stolzen Bankier zum räudigen Hund erniedrigt. Das waren keine schönen Aussichten, die Enrico Scrovegni da erwarteten. Damit Enrico sich genauer vorstellen konnte, wie seine ewigen Qualen aussehen könnten, hatte Dante Enricos Vater Rinaldo schon mal ins Inferno einfahren lassen. Er begegnet Rinaldo bei seiner Exkursion durch den 7. Kreis des Infernos:

Und einer – eine trächtige Bache wies
In blau sein Säckel weiß – hub an mit Fragen:
„was tust du hier in dieses Schachts Verließ?
Pack dich! Du lebst ja noch, so laß dir sagen:
Bald sitzt zu meiner Linken neben mir
Mein Nachbar Vitalian in diesen Plagen.
Bin unter all den Florentinern hier
Von Padua; ständig dröhnt mein Ohr, wenn neckend
Sie rufen: Komm, du aller Ritter Zier,
Brings Täschel mit drei Böcklein?“ Zähnebleckend
Wies er die Zunge, zog sein Maul verquer,
Wie’s Rinder machen, sich die Nase leckend.

Dante, Göttliche Komödie, Inferno 17. Gesang

Die Angst vor dem Absturz

Enrico Scrovegni war nicht nur als Bankier der Sünde verdächtig. Er gehörte außerdem zu einer neureichen Aufsteigerfamilie in Padua. Er war seinen Mitbürgern auch deswegen suspekt, weil er das vorherrschende Gesellschaftsbild auf den Kopf stellte, indem er ihnen vormachte, wie sozialer Aufstieg funktionierte. Sogar in einer statischen Gesellschaft, in der sich jeder vom Schöpfer auf einen klar definierte und deswegen unveränderliche Position gestellt wusste. Die Vermutung Dantes, dass Zinswucherer in den 7. Kreis der Hölle gehören, ignoriert Enrico Scrovegni. Er lässt sich als Stifter der Arenakapelle selbstbewusst auf der Seite der Guten, die ins Paradies gelangen werden, darstellen.

Enrico ließ die Kapelle neben seinem Familienpalast an einer ehemaligen römischen Arena errichten. Von dieser Arena hat die Kapelle den Beinamen Arenakapelle erhalten. Dass die Arenakapelle nur als private Palastkapelle errichtet wurde, wird heute immer mehr bezweifelt. Denn die Kapelle war Zielpunkt einer jährlich stattfindenden Prozession zum Verkündigungsfest. Außerdem war Enrico Scrovegni Mitglied im Orden der Brüder der heiligen Maria der Barmherzigkeit, der Cavalieri Gaudenti. Wahrscheinlich war die Arenakapelle ein Versammlungsort für diesen Laienorden. Dominic Olariu positioniert den Bau der Cappella degli Scrovegni und deren Ausmalung durch Giotto sehr plausibel in der konflikreichen und gewalttätigen Stadtgeschichte Paduas Anfang des 14. Jahrundert.

Aber warum malt Giotto, der berühmte Maler aus Florenz dessen Werk als Beginn des Realismus in der Kunst gefeiert wird, überhaupt in der Scrovegni Kapelle in Padua? Wahrscheinlich hat das damit zu tun, dass die Kaufleute Paduas durch den Handel mit wertvollen Wollstoffen reich geworden sind. Den Rohstoff für ihre exquisiten Stoffe bezogen sie aus Florenz. Aber auf den Handelswegen zwischen Florenz und Padua wurde anscheinend nicht nur Wolle transportiert sondern auch aktuelle Kunst und brandneues Wissen ausgetauscht.

Tickets Arenakapelle

  • Die Tickets für die Arenakapelle müssen mindestens 24 Stunden vor dem geplanten Besuch bestellt werden
  • Auf der Website der städtische Museen Padua findest Du Informationen zu Ticketpreisen und Öffnungszeiten der Capella degle Scrovegni. Außerdem lassen sich Tickets dort online buchen
  • Die Tickets müssen mindesten 30 vor dem Besuch der Kapelle an der Kasse abgeholt werden
  • Vor der Besichtigung wirst Du für 15 Minuten in einer Klimakammer auf den Besuch vorbereitet. In einem Video werden die wichtigsten Informationen über die Kapelle vorgestellt
  • Im Ticket ist der Besuch des archäologischen Museums und der Kunstsammlung enthalten. Die Sammlungen haben vor allem einen lokalen Bezug
  • In der Regel liegt die Dauer der Besichtigung der Arenakapelle zwischen 15 – 20 Minuten
Zerstörtes und rekonstruiertes Fresko Andrea Mantegnas in Padua.
Andrea Mantegna, Wunder des heiligen Jakobus in der Eremitani Kirche

Die Kirche der Eremetani in Padua

In unmittelbarer Nähe zur Cappella degli Scrovegni steht die Kirche der Augustiner Eremiten. Die Bettelordenkirche ist heute eine einfache Pfarrkirche. Das Kloster ist ausgelöst. In den Klostergebäuden ist heute das städtische Museum von Padua untergebracht. Die Kirche wurde 1944 bei einem alliierten Bombenangriff zerstört und in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder aufgebaut.

Ein Besuch der Kirche lohnt vor allem wegen der gotischen Bettelordenarchitektur aus dem 13. Jahrhundert. Der einschiffige Kirchenraum wird von einem interessanten Holzdach überspannt. Ein Hingucker ist die Ovetari Kapelle im linken Querschiff.

Andrea Mantegna hat dort Szenen aus dem Leben des Apostel Jacobus und des heiligen Christophorus in eindrücklichen Bildern geschildert. Mantegnas Meisterwerke sind bei dem Bombenangriff in abertausende Puzzleteile zersplittert. In einer gewagten Rekonstruktion wurden diese Teile zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Über diese Art des Denkmalschutzes lässt sich bestimmt trefflich streiten. Nichtsdestotrotz ist es faszinierend sich die Meisterschaft Mantegnas im Umgang mit Perspektive, klassischer Architektur und der Modellierung des männlichen Körpers in einem Gesamtzusammenhang zu betrachten. So wie Goethe in seiner italienischen Reise, lässt sich heute allerdings nicht mehr jubeln.

In der Kirche der Eremitaner habe ich Gemälde von Mantegna gesehen, einem der älteren Maler, von denen ich erstaunt bin. Was in diesen Bildern für eine scharfe, sichere Gegenwart da steht! Von dieser ganz wahren, nicht etwa scheinbaren, effektlügenden, bloß zur Einbildungskraft sprechenden, sondern derben, reichen, lichten, ausführlichen, gewissenhaften, zarten, umschriebenen Gegenwart, die zugleich etwas Strenges, Emsiges, Mühsames hatte, gingen die folgenden Maler aus …

Goethe, Italienische Reise, 27.09.1786
Fresko in der Taufkapelle von Padua.
Das Paradies, gemalt von Giusto de‘ Menabuoi im Baptisterium von Padua

Das Baptisterium von Padua

Wer Bilder liebt, sollte auf jeden Fall das Baptisterium von Padua besichtigen. Die der kleine viereckige Bau der Taufkapelle liegt rechts vom Dom. Ende des 14. Jahrhunderts malt der florentiner Maler Giusto de‘ Menabuoi die Kuppel des Baptisteriums mit einer Vision des Paradieses aus.

So ähnlich wie in der Darstellung des jüngsten Gerichts durch Giotto in der Capella degli Scrovegni, ist den Figuren im Paradies die Lebendigkeit abhanden gekommen. Besser lässt sich eigentlich gar nicht darstellen, dass es sich beim Leben im Paradies um eine ganz andere Art des Lebens handelt, als wir es gewohnt sind. Endlich herrscht mal Ruhe und Ordnung.

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