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Sydney als Medley: zu Fuß, per Fähre & per bike.

Circular Quay – Drehkreuz der charmanten Hafenstadt Sydney. Von hier legen Fähren ab nach Bondi Beach, Manly und Toronga … Viel Fähre fahren gehört zu einem Stadtbesuch dazu. Was wir noch entdeckt haben? Hier sind unsere Tipps für die Erkundung von Sydney.

Die Welt der Australien-Liebhaber scheint sich aufzuteilen in Team Melbourne und Team Sydney. Um die dreiwöchige Reise durch den Süd-Osten Australiens zu starten, bleibt Sydney für mich der perfekte Ausgangspunkt. Ich bin privat untergebracht, da fühle ich mich gleich viel heimischer. Da bleibt mehr Budget für andere schöne Dinge in Sydney.

Wo also beginnen? Natürlich mit einer Stärkung am Sydney Fish Market, dem größten Fischmarkt in der südlichen Hemisphäre. Klasse, dass die Lightrail direkt von unserer Unterkunft in Dulwich Hill bis zum Fischmarkt führt. Wer will, kann morgens um 6:40am einen geführten Blick hinter die Kulisse werfen. Ich bin so frech und führe den Mann gleich direkt zu meinem Lieblingsstand. Zur Belohnung gibt’s Fisch satt.

Der große Fischmarkt in Sydney ist jeden Wochentag von früh um 7h bis 16h geöffnet. Für alle, die gerne früh herzhaft essen, ist das super! Einziger Wermutstropfen? Leider fällt bei so viel Einweggeschirr unglaublich viel Müll an.

Die folgenden Tage frühstücken wir in Saint Lucifer, einem kleinen Café, das der ganzen Nachbarschaft hilft, gut in den Tag zu kommen. Trotz des Taubenschlag-Gefühls sind alle – Kunden und Bewirtende – super entspannt. Solche kleinen feinen Cafés finden sich überall in Sydney.

Einfach Augen offen halten und auf Verdacht reingehen. Das hohe Niveau an Speisen und deren Präsentationen finde ich bemerkenswert. Ich habe es bisher nicht geschafft, irgendwo einen schlechten Kaffee zu bekommen oder eine Speise, die nicht liebevoll zubereitet und von bester Qualität war.

Fast alle Wege in Sydneys Innenstadt führen zum Circular Quay (gesprochen: Circular Kiii). Viele Highlights, wie die beliebten Surfer-Strände Bondi Beach und Manly Beach oder auch der Zoo Taronga, sind einfacher und deutlich schneller per Fähre zu erreichen als über Land.

Ich blicke auf meinem Stadtplan auf die farbigen Adern, die das Verkehrsnetz des zentralen Fährhafens beschreiben. Hier fahren mehr Fähren als in Berlin Busse, habe ich den Eindruck. Große Tafeln am jeweiligen Kai, auf denen die nächsten Abfahrtsorte und -zeiten zu lesen sind, bringen Licht ins Dunkle.

Sydney, Blick auf Circular Quay. Von acht Kais aus starten Fähren in alle Richtungen, u.a. nach Bondi Beach, Manly Beach und zum Taronga Zoo.

Eyecandy | Der „Sydney Tower Eye“

Am ersten Tag nach dem langen Flug steigen wir Sydney erst einmal aufs Dach, pardon, auf den Tower. Auf jeder meiner Reisen zieht es mich auch hier auf den höchsten Punkt der Stadt, so auch in Mexiko-Stadt. Mit so einem neuen Überblick lassen sich die nächsten Fußrouten ganz anders planen. Schwupps, sind wir schon oben.

Der Sydney Tower Eye gilt aufgrund seiner Bauweise als eines der stabilsten Bauwerke der Welt. Vom Boden bis zur Spitze ist er ganze 309 Meter hoch, die Panorama-Etage wurde im August 1981 für die Öffentlichkeit freigegeben. Der Tower ist das erste, was in der Morgendämmerung von der Stadt zu sehen ist und das letzte, was Besucher aus der Ferne sehen, bevor sich der Tag verabschiedet und die Nacht beginnt.

Da steht er, die goldene Nadel, das Wahrzeichen und „Landmark“ Nummer eins: der Sydney Tower Eye.

Dass Emus gerne Melonen essen, kann man vom Sydney Tower Eye nicht sehen, aber sonst ungefähr alles.

Wem das Observation Deck nicht aufregend genug ist, der kann auch für 78 Dollar (Preis vom März 2018) einen Sky Walk buchen. Ich kann den Ausblick auch hinter Glass genießen.  Immerhin sorgt das halbautomatische Fensterputzsystem Charlie immer für guten Durchblick. Mit dem Kombi-Ticket Sydney Attractions Pass gibt es gleich noch Tickets für Madame Tussauds, SeaLife und WildLife dazu. Wenn ihr das online kauft, bekommt ihr Tickets (ab) 90 statt 200 Dollar.

Taronga in Sydney | Ich glaub mich laust eine GirAffe

Die Attraktionen des Kombi-Tickets sind alle in Darling Harbour angesiedelt. Ein Schelm wer glaubt, dieser sonst etwas sperrig und kühl wirkende, tief eingeschnittene Hafen südwestlich von Circular Quay solle durch solche Angebote gezielt belebt werden. Wir wollen aber nicht ins WildLife. Wir wollen in den Taronga Zoo. Und das, obwohl ich eigentlich nie (!) Tiere in Gefangenschaft bestaunen mag.

Taronga  Zoo wurde bereits 1916 gegründet und ist somit der alte Stadtzoo von Sydney. Er liegt an der wasserseitigen Spitze im Vorort Mosman, nur eine flotte Fährfahrt entfernt. Vom Tower und vom Circular Quay aus sieht man nur grün. Wo in dieser Wildnis verstecken sich die Tiere?

Zum Taronga Zoo in Sydney? Natürlich mit der Fähre!

Spätestens, wenn ihr die Fähre verlasst und mit der Seilbahn über das Gelände gleitet, seht ihr sie. Das Gelände breitet sich leicht abschüssig in Terrassen aus, da kommen einige Kilometer Fußmarsch zusammen. Toll ist, dass auch hier überall Wasserspender stehen, in denen man seine Wasserflaschen einfach auffüllen kann.

Dies ist mein erster Kontakt intensiver und geballter Kontakt mit australischen Wildlife. Bei meinem letzten Besuch in Sydney hatte ich noch an der Maxime festgehalten, wilde Tiere nur in der Natur zu sehen. Diesmal hat die Neugier gesiegt. Später auf meiner Great Ocean Road-Tour werde ich dann Koalas, Emus, Kängurus und Wombats auch in Freiheit sehen, dennoch bleibt der Besuch in Taronga in meiner Erinnerung ein tolles Erlebnis, das ich nur empfehlen kann.

Die Kulisse ist schon gut im Taronga Zoo. Hier Giraffen vor leicht diesiger Skyline.

Ssssssssssss…

Soweit ich das beurteilen kann, geht es den Tieren dort gut und es wird viel Bildungsarbeit betrieben, um auch den Nachwuchs für die Wunder der Natur zu sensibilisieren und Verantwortung zu übernehmen. Besucher können Patenschaften für Tiere übernehmen, die Gehege sind großzügig und das Ambiente ist natürlich einzigartig. Nicht zu vergleichen mit beengten, vollbetonierten Stadtzoos.

Manly | Radtour mit Beachfeeling

Um Strände genießen zu können, müsst ihr weder Sonnenanbeter noch Surfer sein. Mit der Sonne ist das in Australien ja sowieso so eine Sache. Das Ausmaß an Hautkrebs-Erkrankungen, die dort zu sehen sind, motivieren ungemein zum Gebrauch von Sonnencreme. Immer nur LSF 50+ – mindestens. Am besten wasserfest, denn wenn es warm ist, wie bei unserem Besuch in Manly Beach, läuft der Schweiß in Strömen.

Selber Schuld, wer in der Hitze noch mit dem Fahrrad zur nördlichen Hafeneinfahrt fährt. Aber die Aussicht von da oben ist spektakulär – und Manly ist soviel mehr als nur ein schöner Strand.

Wer den Berg hoch radelt, wird belohnt. Northern Head – Manly. Mit Blick auf den wunderbaren Naturhafen und die Skyline von Sydney.

Sydney ist auch Beach Feeling pur. Wie hier, in Manly Beach. Aber bitte IMMER gut eincremen.

Mein Tipp: Erst die Radtour machen, und sich dann für die Strapazen am Strand abfeiern und sich ein Eis gönnen. Die Räder können stundenweise gemietet und ganz unkompliziert verlängert werden, solltet ihr doch noch eine Extra-Runde drehen. Was noch für diese Reihenfolge spricht? Ab nachmittags gibt es selbst am sonnenverwöhnten Manly Beach schon schmale Streifen Schatten.

Service | Günstige Tickets für deinen Besuch in Sydney

Das Motto für den öffentlichen Nahrverkehr in New South Wales lautet: Tap on and tap off. Ihr braucht in jedem Fall eine Opal Card. Die könnt ihr euch entweder vorher online besorgen und mit eurem Kreditkarten-Konto verknüpfen, was euch maximal flexibel macht, oder sie vor Ort kaufen und nach Bedarf aufladen.

Der Besuch des Sydney Fish Market kostet keinen Eintritt, das wäre ja noch schöner. Aber wenn ihr eine behind-the-scenes-Führung buchen wollt, guckt ihr hier.

Hier der Link zum Sydney Attractions Pass. Kombi-Eintrittskarten für typische Touri-Sights könnt ihr euch gleich am Sydney Tower Eye kaufen, das kommt euch deutlich günstiger als einzelne Tickets.

Wege, die per Luftlinie winzig und überschaubar wirken, werden in Sydney absurd lang, wenn ihr versucht sie euch zu erlaufen. Dafür lohnt sich fast ein Fahrrad zu leihen. Helm tragen ist überall in Australien Pflicht. Wenn ihr ein Rad leiht, sind in der Regel Helme dabei, Wenn ihr Bike Sharing macht, fragt vorsichtshalber nach.
Wir sind in Sydney gelaufen und mit Öffis gefahren, und in Manly geradelt. Die besten Fahrräder in Manly gibt es hier.

Herzlichen Dank für das schöne Titelfoto an die beste Reisebegleitung von allen: Frank Ringwald.

Das Opernhaus schiebt sich einfach immer wieder ins Blickfeld der Kamera. Zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Der optische Effekt Ferne – Nähe ist beimSydney Opera House ähnlich wie einst bei Christos Reichstagsverhüllung. So sieht die weiß schimmernde Hülle aus der Nähe aus.