Apulien: Reiseberichte vom italienischen Stiefelabsatz

Apulien ist eine Region im Süden Italiens. 800 Kilometer Küste, großartige Landschaften voller Olivenhaine und malerische Städte machen aus Apulien ein fantastisches Reiseziel. Außerdem findest Du in Apulien tolles Essen, großartige Kunstwerke und typisch italienische Lebensart. Diese informativen und unterhaltsamen Reisegeschichten verraten Dir, was Du am heißen Stiefelabsatz Italiens entdecken kannst:

Inhaltsverzeichnis

Apulien Reisegeschichten

Stadtbummel in Lecce – More is more!

Lecce, tief im hitzigen Süden Apuliens, ist eine erstaunliche Stadt. In manchen Reiseführern bezeichnen sie Lecce als Florenz Apuliens wegen der üppigen barocken Architektur. Mich faszinieren eher die herben Kontraste des Südens: großer Reichtum neben dem morbiden Charme des Verfalls.

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Castel del Monte in Apulien

Castel del Monte – Eine sagenhafte Burg in Apulien

Castel del Monte ist eine von Geheimnissen umrankte achteckige Burg in Apulien. Allein die 8 Ecken dieser Krone Apuliens inspirierten unzählige Legenden und die verrücktesten Theorien. Bauherr, Kaiser Friedrich, ist eine der rätselhaftesten Persönlichkeiten des Mittelalters. Geheimnisse, Rätsel, Legenden! Gibt es bessere Gründe, Castel del Monte zu besuchen?

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Tarent – ein zerborstener Diamant

1959 halluziniert Pier Paolo Pasolini Tarent als riesigen zersplitterten Diamanten. Leuchtend über azurblauem ionischen Meer. Heute ist dieses fantastische Tarent ein sterbender Moloch. Roter Dioxinstaub aus Glutöfen des größten Stahlwerks Europas vergiftet die Bewohner. Die barocke Altstadt ist völlig ruiniert.

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Trulli Häuser in Alberobello in Apulien.

Alberobello & Trulli-Häuser – Schlumpfhausen in Apulien

Alberobello, der schöne Baum, heißt ein bemerkenswertes Städtchen in Apulien. Berühmt ist Alberobello für seine fabelhaften Trulli. Der Ort liegt zentral im Valle d’Itria, dem Wassertal, mitten auf einer Hochebene der Murge, jenem verkarsteten Kalkstein-Höhenzug, der Apulien in Nord-Südrichtung durchzieht. Was erwartet Dich bei den Trulli von Alberobello?

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12 ultimative Apulien Tipps

Fast 800 Kilometer Küste, über 60 Millionen Olivenbäume, uralte Städte, fantastische Burgen, roter Klatschmohn und super leckeres Essen. Apulien hat ziemlich viel zu bieten. Da verliert man schnell den Überblick. 11 ultimativen Apulien Tipps helfen Dir, Deine Reise zu planen!

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Eine Nacht in Bari oder die Passeggiata am Meer

Bari in Süditalien. Kenn ich von der Durchreise. Nie länger als 4 Stunden. Wie schade! Denke ich. Bari scheint doch interessant: Hauptstadt der Region Apulien. Hafen an der azurblauen Adria. Wahlheimat des heiligen Nikolaus. Mein Wochenende und eine Nacht in Bari.

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Adria Küste in Apulien in Torre Guaceto.

Apulien – Was hängen bleibt?

Wie wird eine Reise Erinnerung? Eine Umarmung? Ein Sonnenuntergang? Ein leckeres Eis? Sind es die großen Monumente oder die kleinen Dinge? Ich habe versucht zu erinnern, was mich in Apulien berührt und begeistert hat, so dass es lange hängen bleibt:

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Mit Tomaten und Wein gegen die Mafia

Bauruinen, Prostitution, Feldarbeiter aus Nordafrika. In Apulien vermute ich dahinter die Mafia. Was tun dagegen? Ich treffe Ivano von der landwirtschaftlichen Kooperative Libera Terra, der sich gegen die Mafia engagiert. Haben Mafiosi Angst vor Jungs, die Wein und Tomaten anbauen?

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MARTA – Das archäologische Museum ist das Schatzhaus von Tarent

Ein Ausflug nach Tarent ist eine Reise an die südliche Peripherie Europas. Abgehängt. Ohne Perspektive. Vergessen. Alles was über den Süden berichtet wird, ist hier irgendwie wahr. Dabei brodelte am Ionischen Meer einst der Melting Pot, in dem Europa entstand. Im MARTA, dem archäologischen Museum von Tarent, lohnt sich die Spurensuche nach vergangener Größe.

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Apulien – Erzengel und fliegende Mönche

Apulien ist eine Region voller mittelalterlicher Burgen und heiliger Orte. Fliegende Mönche, Kreuzfahrer, der Erzengel Michael und viele andere haben in dieser mystischen Landschaft ihre Spuren hinterlassen. Diese Erkundungstour im Süden und im Norden Apuliens stellt die heiligen Top-Five vor.

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Der Heilige Nikolaus und seine Kirche in Bari

Der Heilige Nikolaus gehört eigentlich nach Myra – dem heutigen Demre in der Türkei. Trotzdem hat er sein Grab und eine beeindruckende Kirche in Bari in Apulien. Dort kennen sie Nikolaus noch im Original als Bischof, nicht als Schoko-Fettwanst mit Zipfelmütze!

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Sehenswürdigkeiten

Apulien ist außerordentlich reich an Sehenswürdigkeiten und Orten, die durch das UNESCO Welterbe geschützt sind. Eine besondere kulturelle Blüte erlebte Apulien in der Zeit der Kreuzfahrer und der Staufer-Herrschaft vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Deswegen sind vor allem die mittelalterlichen Altstädte an der Küste Apuliens sehenswert. Dort finden sich große und bedeutende Kirchenbauten der apulischen Romanik wie San Nicola in Bari oder die berühmten Kathedralen von Trani und Bitonto.

Außerdem sind die Altstädte mit ihren verwinkelten Gassen, den romantischen Plätzen und den schnuckeligen Restaurants außerordentlich sehenswert. Die besondere Atmosphäre der Altstädte läd zum Bummeln und Verweilen ein. Ganz besonders toll ist es, an den Häfen von Trani oder Polignano a Mare die Seele baumeln zu lassen.

Besondere Sehenswürdigkeiten sind die Kastelle in Apulien. Viele findest Du in den Städten. Besonders sehenswert ist das Kastell von Barletta. Um ein Kastell aus der Stauferzeit sind im 16. Jahrhundert große Bastionen angelegt worden, so dass das Kastell von Barletta ein außergewöhnliche Bauwerk ist. Vorbei kommt in Apulien natürlich kein Reisender an der Top-Sehenswürdigkeit: Castel del Monte.

Natürlich solltest Du Lecce nicht verpassen. Denn in Lecce kannst Du den speziellen Lecceser Barock bewundern. Vielleicht etwas durchgeknallt aber absolut sehenswert. Wenn Du schon so weit in den Süden gekommen bist, dann solltest Du auch weiter nach Otranto fahren. Denn dort kannst Du ein fantastisches Mosaik, das vom Lauf der Welt erzählt, in der Hauptkirche der Stadt bestaunen.

Schöne Küsten, tolle Landschaften, fantastische Kunst

Von Otranto aus führt eine unglaublich schöne Küstenstraße bis an das Ende der Welt, nämlich an das Capo Santa Maria de Leuca. Manche sagen, diese Küstenstraße sei sogar schöner als die Costiera Amalfitana. Da weiß ich allerdings nicht, ob das stimmt. Dennoch ist die Küste Apuliens an vielen Küsten traumschön. Besonders schön ist sie dort, wo sie durch ein Naturschutzgebiet geschützt ist zum Beispiel am Naturschutzgebiet Torre Guaceto oder im Parco delle Dune.

In Apulien findest Du auch sehr sehenswerte Museen. In Tarent solltest Du das Marta, das archäologische Nationalmuseum Tarent, unbedingt besuchen. Das Museum Jatta ist ein ungehobener Schatz, denn Du auf gar keinen Fall verpassen solltest. Zum Schluß zur Frage: welche Sehenswürdigkeiten solltest Du in Apulien nicht verpassen?

Und natürlich solltest Du auf keinen Fall die vielen außergewöhnlich sehenswerten Landstädte auf der Murge oder in Val d’Itria verpassen. Besonders bekannt ist Alberobello für seine einzigartigen Trulli Häuser und Locorotondo wegen seines rund angelegten mittelalterlichen Ortskern.

Aber auch die Landschaft und die Natur wartet mit Sehenswertem auf. Da sind zum einen die 65 Millionen Ölbäume, von denen viele schon mehrere hundert Jahre alt sind. An Olivenbäumen kommst Du in Apulien auf jeden Fall vorbei. Und dann sind da noch die vielen niedrigen Kalkstein Mäuerchen in Trockenbauweise, die ganz Apulien durchziehen und von der Landbevölkerung in Jahrhunderten mühsam aufgeschichtet worden sind.

Welche Sehenswürdigkeiten solltest Du in Apulien sehen?

  • Castel del Monte
  • Die Altstadt von Bari mit der Kirche San Nicola
  • Den Hafen von Trani und San Nicola
  • Bitonto und die Kathedrale San Valentino
  • Die Trulli von Alberobello
  • Den Barock von Lecce
  • Das Küstenstädtchen Otranto
  • Das Marta in Tarent
  • Außerdem solltest Du eine Ausflug in die Höhlenstadt Matera unternehmen

Essen & Trinken

Die Küche in Apulien gilt häufig als eine arme Küche. Das hat damit zu tun, dass viele der Gerichte, die heute als typisch apulisch gelten, früher tatsächlich ein arme Leute Essen waren. Ein Beispiel dafür sind die Orrechiette con Cime di Rape. Für dieses einfache Gericht braucht es nur wenige Zutaten: Nudeln, Stengelkohl, Olivenöl.

Für Orrechiette con Cime di Rape wird das kleingeschnitte Gemüse zusammen mit den Nudeln gar gekocht. In einer Pfanne wird das Olivenöl leicht erhitzt und scharfe Peperoni, Knoblauch ausgelassen, sowie Semmelbrösel knusprig geröstet. Die abgetropften Nudeln mit dem Gemüse in die Pfanne mit dem Öl geben. Fertig ist ein tolles Gericht.

Aus dem Dreiklang Nudel, Gemüse, Öl werden in Apulien die meisten Gerichte gezaubert. Manchmal werden sie noch mit Meeresfisch oder Fleisch angereichert. Perfekt. Typisch für die apulische Küche ist der Mix aus Mare e Monti. Die Zutaten für das Hauptgericht kommen entweder als Fisch aus dem Meer oder Fleisch vom Land.

Für die Hauptgerichte werden Fleisch oder Fisch gerne gegrillt. Meeresfisch wird häufig auch roh oder mariniert serviert. Im Fischereihafen von Galipolli, kannst Du am Abend Männer mit ihren Kindern beobachten, die auf das Einlaufen der Boote warten, um fangfrische Garnelen oder Seeigel direkt vom Kutter zu verputzen. Innereien zum Beispiel Pansen, Lunge oder Herz werden sehr gerne gegessen, aber das ist für die meisten Nordeuropäer nix. Die Desserts sind eher typisch italienisch eine eigenständige Tradition – außer Süßigkeiten aus Mandeln und Honig – hat Apulien nicht. Aber für das Dessert spielen Eis, Ricotta, Honig, kandierte Früchte und Mandeln eine besondere Rolle.

Kein italienischen Essen ohne das erwürdige Brot. In Altamura ist das Brot so besonders, dass es eine europaweit geschützte Herkunftsbezeichung bekam. Das PDO Siegel der europäischen Union, schützt das Pane di Altamura weltweit vor unerwünschter Produktpiraterie.

Apulien Weine

Zu den bekanntesten Weinen gehören in Apulien der Weißwein auf Locorotondo und der rote Primitivo aus Manduria. Der Locorotondo Wein wird durch die italienische Herkunftsbezeichnung DOC geschützt. Der Wein ist ein Cuvee und muss für das DOC Label aus mindestens 50% Verdeca Trauben und mindestens 35% Bianco d’Alessano gekeltert sein. In Restaurants wird er häufig aus Hauswein angeboten und kann dann unerfreulich mostig sein. Ein guter Locorotondo zeichnet sich durch einen schlanken Körper und Aroma von Zitrusfrüchten und Birnen aus.

Der DOC Wein Primitivo di Manduria wird aus mindestens 85% Primitivo Reben gekeltert, die in der Gegend zwischen dem Städtchen Manduria und Tarent wachsen müssen. 15% der Trauben können nicht aromatische Trauben aus der Provinz Tarent sein. Da ein Wein mit dem Namen Primitivo sich nur schlecht vermarkten hat, wurde die Rebe für den Export umbenannt in Zinfandel. Der Wein ist in der Regel ziemlich dunkel und zeichnet sich durch eine gewürzbetonte Fruchtigkeit vor allem Kirsche und Brombeere aus.

Rund um Trani wird ein hervorragender Dessertwein, der Moscato di Trani angebaut. Vom Salento kommen schwere Rotweine, häufig Primitivo, Negroamaro oder Merlot. Die Winzer in Apulien klagen allerdings über die zunehmenden Temperaturen und Sonneneinstrahlung. Da sich der Zucker und damit der Alkoholgehalt im Wein stetig erhöht. Darüber freuen sich allerdings die Winzer aus dem Norden, denn häufig rüsten die ihre schwachbrüstigen Weine mit den feurigen Trauben aus Süditalien auf.

Kannst Du das Wasser in Apulien trinken?

In ganz Italien und auch in Italien brauchst Du Dir um die Qualität des Trinkwassers keine Sorge machen. Denn die Qualität des Trinkwassers ist in Apulien tiptop. Allerdings schmeckt das Wasser, das aus der Leitung kommt etwas eigen. Das hat damit zu tun, dass das Trinkwasser aus dem Aquedotto Pugliese kommt. Das ist eine Wasserleitung, die Wasser aus Kampanien über den Apennin bis nach Apulien pumpt. Dort wird das Wasser dann aufbereitet und mit Chlor versetzt. Dieser ganze Prozess sorgt dann für den besonderen Geschmack. Also das Wasser in Apulien ist trinkbar, aber lecker ist es nicht.

Reisezeit

Für eine Städtereise oder eine Reise zu den Sehenswürdigkeiten Apuliens eignen sich besonders die Monate April bis Mai oder September bis Oktober. Im Frühjahr präsentiert sich die zauberhafte Natur Apuliens in voller Blüte. Roter Mohn, wilde Orchideen, bunte Blumenwiese sind überall zu finden. Im Herbst präsentiert sich Apulien etwas spröder: Besonders schön sind dann die Olivenhaine mit ihren rot leuchtenden Böden und den kleinen Kalksteinmauern.

Für eine Badeurlaub ist Apulien zwischen Mitte Juni und September ein geeignetes Reiseziel. Allerdings kann das Meer dann noch etwas kalt sein. Hier findest Du Apulien Tipps für einen perfekten Urlaub in Süditalien. Was von einer Apulien Reise hängen bleibt, erfährst Du hier.

Anreise

Apulien ist von Deutschland aus mit vielen Fluglinien zu erreichen. An den Flughäfen Bari und Brindisi landen diverse Linienflüge, Low Cost Carrier und Chartermaschinen. Für ein Zugreise von Deutschland nach Bari solltest Du ein bis zwei Tage einplanen. Und mit dem Auto ist Apulien von Deutschland natürlich auch erreichbar. In den 60er und 70er Jahren kamen Reisenden aus dem Norden mit dem Auto nach Apulien, um von Brindisi aus nach Griechenland überzusetzen. So wurde Apulien als Reiseziel nach und nach in Deutschland bekannt.

Etwas schwierig ist es sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Apulien zu bewegen. Aber Bus- oder Zugfahren ist auch in Süditalien muss halt nur etwas geplant werden. Hier erfährst Du worauf Du beim Zugfahren achten solltest.

Landeskunde Apulien

Die Region Apulien liegt am südöstlichen Ende der italienischen Halbinsel zwischen dem adriatischen und dem ionischen Meer. Die Region bildet den spitzen Absatz des berühmten italienischen Stiefels. Die Hauptstadt der Region ist Bari.

Apulien hat etwas mehr als 4 Millionen Einwohner. Das sind ungefähr so viele Menschen wie in Rom, der italienischen Hauptstadt. Die Einwohner Apuliens verteilen sich aber sehr unregelmäßig. Am dichtesten besiedelt sind die Küsten, besonders die Gegend um die Großstädte Bari und Brindisi, dort hat sich auch die Industrie angesiedelt. Das Landesinnere ist eher durch, Ölhaine, Weinfelder, landwirtschaftliche Nutzung und kleine Agrarstädte geprägt. Die flachen Ebenen aber auch die Berge sind in Apulien häufig menschenleer, denn Dörfer oder Bauernhöfe sucht man vergebens. Besonders an den Küsten finden sich viele touristische Angebote. In der Nachsaison sehen diese Orte häufig ziemlich verwaist und traurig aus.

Die Landschaften Apuliens

Der Gargano und die Tremitschen Inseln

Apulien teilt sich in verschiedene Landschaften auf. Im Süden ragen die Berge des Gargano über 1000 Meter empor und bilden so den Sporn am italienischen Stiefel. Dort findet sich der berühmte Monte San Angelo. Hier wirkte der bekannte Kapuziner Mönch Padre Pio in San Giovanni Rotondo. Ein beliebtes Ausflugsziel auf dem Gargano ist die Foresta Umbra, der einzige Wald in Apulien. An der Küste des Gargano liegen die beliebten Ferienorte Peschici und Vieste. In Manfredonia und Siponto finden Kulturbegeisterte tolle romanische Kirchen und ein archäologisches Museum mit dem Erbe der untergegangenen Kultur der Daunier.

Die Tavoliere und Friedrich II

Die Tavoliere ist touristisch eher wenig erschlossen. Die zweitgrößte Ebene Italiens – nach der Po-Ebene – ist die Kornkammer Apuliens und vor allem landwirtschaftlich geprägt. Hier wächst das berühmte Grano Duro, dessen Grieß für die Nudelherstellung verwendet wird. In Apulien sind das vor allem Orrechiette, die beliebten Öhrchennudeln. Außerdem gibt es dort riesige Gemüseplantagen, von dort kommen vor allem Tomaten. Diese werden allerdings unter sehr zweifelhaften Arbeitsbedingungen produziert.

Der Puer Apuliae, Kaiser Friedrich der II, hat die Tavoliere besonders geliebt. In Lucera hat er seine riesige Residenz errichtet und auch in Foggia stehen die Ruinen eines riesigen staufischen Kastells. Und nur etwas weiter südlich erhebt sich auf einem Hügel der Murge – dem Höhenzug, der Apulien von Norden nach Süden durchzieht – das berühmte Castel del Monte, die Krone Apuliens. Die größte Sehenswürdigkeit Apuliens ist durch das Unesco Welterbe geschützt und eines der rätselhaftesten Bauwerke des Mittelalters.

Valle d’Itria – Das Wassertal

Auf der Murge liegt das bezaubernde Valle d’Itria, das Wassertal. Es befindet sich in einem Dreieck zwischen den größten Städten Apulien: Bari, Brindisi und Tarent. Dort liegen einzigartige Orte – viele mit dem Prädikat Unesco Welterbe geadelt – wie Locorotondo, bekannt wegen eines tollen Weißwein; Alberobello, weltberühmt als Capitale dei Trulli wegen seiner vielen Trulli Häuser; Martina Franca, sehenswert wegen der Barockarchitektur. Aber auch Cisternino solltest Du nicht verpassen, denn dort gibt es ein fantastisches Olivenöl. Und außerdem liegt am Rande der Murge auch das zauberhafte Ostuni von wo Du einen wunderbaren Ausblick auf die Adria Küste, uendliche Haine uralter Ölbäume und die Terra di Bari hast.

Die Terra di Bari

Mit der Terra di Bari wird die Gegend rund um Bari bis hinauf nach Barletta bezeichnet, die zwischen der Murge und der Adria Küste liegt. Hier liegen all die verträumten Küstenstädte mit den malerischen Häfen, den verwinkelten Gassen, romantischen Plätzen und den fantastischen romanischen Kathedralen. Außerdem wachsen in der Terra di Bari Ölbäume, die so alt sind, dass sie schon die Geburt Christi, die Kreuzzüge oder Friedrich den II miterlebt haben.

Ganz besonders sehenswürdig ist neben den Küstenstädten die Landstadt Bitonto. Dort kannst Du neben der schick hergerichteten Altstadt auch noch die großartige Kathedrale San Valentino bewundern. Für manchen Apulien-Reisenden ist das die schönste Kirche in ganz Apulien.

Das Salento

Das Salento oder die Terra di Otranto reicht von der Hafenstadt Brindisi bis hinunter an das Capo Santa Maria di Leuca. Brindisi hat seine Bedeutung als Fährhafen Richtung Griechenland schon lange an das Flugzeug abgetreten. Damit endete die lange Geschichte der Stadt als Brückenkopf Richtung Osten, den sie schon im Altertum besaß, weil hier die römische Via Appia endete. Wegen der vielen baulichen Denkmäler aus der Zeit der Kreuzritter ist die Stadt aber außerordentlich sehenswert.

In Lecce ist besonders die barocke Altstadt sehenswürdig. Otranto, eines der schönsten Küstenstädte in Apulien, hat nicht nur einen tollen Blick über das Meer Richtung Albanien zu bieten. Von Otranto sind es nur 80 Kilometer über die Adria Richtung Albanien. Die Altstadt Otrantos läd zum Bummeln ein, die vielen Baudenkmäler aus vergangenen Zeiten zum nachsinnen über die ganz große Geschichte. Außerdem wird in Otranto an die Flüchtlinge aus Albanien erinnert, die Ende der 80er jahre bei der Flucht über die Adria ihr Leben verloren.

Die Lage südöstliche Lage Apuliens zwischen der Adria und dem ionischen Meer und die über 784 Kilometer lange Küste machen die Region zu einem perfekten Brückenkopf für Aus- und Einwanderer im Mittelmeer. Deswegen sind im Salento auch die ältesten Besiedlungsspuren Italiens zu finden. Diese sind ca. 350.000 Jahre alt. Aber so richtig schön ist es im Landesinneren des Salento nicht. Die verkarstete Landschaft ist von wuchernden Landstädten geprägt. Aber wie fast überall auf dem italienischen Stiefelabsatz sind die uralten Ölhaine auch im Salent ein echter Hingucker.

An der ionischen Küste liegt auf einer kleinen Insel Gallipoli. Diese Hafenstadt war einst ein wichtiges Zentrum für den Handel mit Olivenöl. Heute ist Gallipoli vor allem für seine tollen Sandstrände berühmt und bei Touristen besonders beliebt.

Ionische Küste

An der ionischen Küste liegt die Stadt Tarent. In der Antike war die von Griechen gegründete Stadt, eine der bedeutendsten und reichsten Städte am Mittelmeer. Davon ist allerdings nur noch etwas im Museum zu sehen. Heute ist Tarent eher ein Beispiel für die stiefmütterliche Behandlung und die wirtschaftliche Misere des Mezzogiorno. Die Lage der Stadt am Mare Grande und am Mare Piccolo ist grandios. Aber eine aggressive Industrialisierung hat die Schönheit der Landschaft nachhaltig zerstört. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch Tarents, unteranderem wegen des fantastischen Archäologischen Museums.

Apulien in Zahlen

  • Apulien ist eine der 20 Regionen in Italien
  • Haupstadt der Region ist Bari
  • Gut 4 Millionen Menschen leben in Apulien
  • Der Höhenzug der Murge, der Apulien von Nord nach Süd durchzieht, ist knapp 700 Meter hoch
  • 784 Kilometer Küste am adriatischen und ionischen Meer
  • Die Wasserleitung Aquedotto Pugliese ist 21.000 Kilometer lang
  • Arbeitslosenquote 15,1% (4Q 2020) 
  • Jugendarbeitslosigkeit 34,5% (4Q 2020) 
  • Beschäftigungsquote bei Frauen 32,5% eine der niedrigsten in Europa
  • In Apulien wachsen 65 Million Ölbäume also gut 16 pro Einwohner

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